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Stand:19.01.2010

Die Einwohnerzahl verringert sich statistisch jeden Tag um zwei Personen. Da die Mieten in der Stadt sehr hoch sind, ziehen immer mehr Menschen auf das Festland, z.B. nach Mestre.

Die Stadtverwaltung sieht das gelassen. Bürgermeister Cacciari, ein Philosoph, entgegnete massiven Protesten, bei denen Venedig sogar symbolisch zu Grabe getragen wurde, mit den Worten, das sei doch jedes Jahr im Winter so.

Nein, Herr Cacciari, es ist ein Tiefstand erreicht, der mit ein paar Zuzügen von reichen Ausländern nicht wieder aufgefangen wird.

Ganz dringend müsste der soziale Wohnungsbau unterstützt werden, damit junge Familien in der Stadt bleiben.

Es fehlt ein Studentenheim.

Die Vermieter müssten langsam merken, dass auch an Venedig die Weltwirtschaftskrise nicht vorbeigespült wird, sondern bereits deutlich zu spüren ist. Ein gesundes Mietniveau würde dafür sorgen, dass sich auch venezianischen Familien wieder eine Wohnung in ihrer Stadt leisten können.

Leider gibt es in Venedig weder einen Mietspiegel, noch einen vernünftigen Mieterschutz.

Die Fälle, in denen Leute ihre Wohnungen verlieren, weil die Vermieter willkürlich räumen lassen können, häufen sich.

Ein schlimmer Missstand, der hoffentlich nach der bevorstehenden Bürgermeisterwahl in Angriff genommen wird.

Ute Mathews, Venedig, 20.01.2010