In letzter Minute: Ausnahme für Inselbewohner

Ab morgen Montag, 10.01.2022, gilt in Italien für alle ÖFFENTLICHEN Verkehrsmittel ein verpflichtender 2G-Nachweis (Super Green Pass). Das stellt naturgemäß die (ungeimpften) Bewohner der Inseln von Venedig vor ein Problem, da diese durch diese Regelung nicht mehr ans Festland kommen. Ein Aufschrei von Bürgermeistern kleinerer Inseln sowie des Stadtchefs von Venedig angesichts eines drohenden „Zwangsexils“ zeigte in letzter Minute Wirkung.

Ausnahme für Inselbewohner

Mit dem Rundschreiben des Gesundheitsministers Roberto Speranza ist es von morgen Montag, 10.01.2022, bis zum 10. Februar 2022 erlaubt, die Vaporetti auch für Personen mit einer grundlegenden grünen Zertifizierung (3G-Nachweis) zu benutzen, „aus dokumentierten Gründen der Gesundheit und des Schulbesuchs“.

Der ORF berichtet auf seiner Homepage:

Nicht Geimpfte seien ab 10. Jänner nicht mehr in der Lage, ihre Insel zu verlassen, was verfassungswidrig sei, führten die Bürgermeister der Inseln ins Treffen. Dem Protest schloss sich auch der Bürgermeister von Venedig, Luigi Brugnaro, an. Er befürchte schwerwiegende Auswirkungen auf die Lagunenstadt, so Brugnaro. „Gerade wegen der Besonderheit Venedigs und seiner geografischen Lage stehe ich in engem und ständigem Kontakt mit der Regierung, damit eine Ausnahmeregelung getroffen werden kann“, sagte er. Er sei zuversichtlich, eine positive Antwort von der Regierung zu erhalten.

Der Präsident des Verbands der Gemeinden der kleinen Inseln (ANCIM), Francesco Del Deo, hatte in einem Schreiben an Regierungschef Mario Draghi diese Woche seine Besorgnis zum Ausdruck gebracht. Der „See- und Luftverkehr (…) ist die einzig mögliche Verbindung“ für die Bewohner dieser Inseln mit dem Festland, „und den Zugang zu diesen Transportmitteln“ denjenigen ohne Impfpass zu verwehren, „bedeutet, dass die Bewohner, die aus verschiedenen Gründen nicht geimpft wurden, zu einem erzwungenen Exil verurteilt werden“.

Erleichtert über das Schreiben aus Rom zeigt sich auch Luca Zaia, Präsident der Region Venetien:

„Gute Nachrichten für viele venezianische Familien“, kommentiert der Präsident der Region Luca Zaia, „heute akzeptiert die Verordnung meine vorzeitig geförderten Bitten um die Möglichkeit, venezianischen Schülern, die auf den Inseln leben und die in Venedig zur Schule gehen müssen, unbedingt Zugang zu öffentlichen Verkehrsmitteln zu gewähren, dies mit dem grünen Grundpass und der Verpflichtung, die FFP2-Maske zu tragen, zu ermöglichen. Ich denke an jene Familien und Schüler – so der Präsident weiter –, die zum Beispiel in Burano oder Murano wohnen und ab morgen in die Altstadt müssen, um ihre Schule zu besuchen, und die sich in der Zwischenzeit nicht impfen lassen konnten. Dank dieser Position, die auf eine Bitte um gesunden Menschenverstand reagiert, können Kinder über 12 Jahre morgen bis zum 10. Februar Zugang zu öffentlichen Verkehrsmitteln, und somit auch in ihre Schulen haben. Darüber hinaus können diejenigen, die ohne einen verstärkten grünen Pass auch öffentliche Verkehrsmittel nutzen und die Notwendigkeit aus gesundheitlichen Gründen nachweisen».

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