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Luigi Frizzo, Gründer der Libreria Acqua Alta

Luigi Frizzo

mit dem Stuhl „Venezia“ vor der von ihm erfundenen, jetzt weltberühmten Büchertreppe im Garten der Libreria Acqua Alta.

Luigi ist ein venezianisches Original und viele Venedig-Kenner werden ihn aus vergangenen Jahren als Ladenbesitzer, Charmeur, Casanova, Katzenfreund, usw. kennen.

Vor ca. 15 Jahren ist er mit seinem Laden in die leere Halle in der Calle Lunga Santa Maria Formosa gezogen, nachdem sein Laden bei der Miracoli-Kirche zu klein geworden war.

Schnell wurde der originelle Laden bekannt. Auch, weil dort immer mehrere Katzen lebten. Am Anfang waren es zwei, die schnell Junge bekamen und nun sind es meistens fünf Katzen, die in der Libreria, aber auch in Luigis Privaträumen im gleichen Haus leben.

Ich kam kurz nach der Eröffnung in die Buchhandlung und war fasziniert. Luigi lud mich gleich zu einer heißen Schokolade ein und dann später zum Abendessen im Palast. Es sollte eine kleine Feier mit gemeinsamen Essen stattfinden und neugierig, wie ich war und bin, ging ich hin.

Die Wohnung befand sich im gegenüberliegenden Palast, in dem Luigi eine ganze Etage gemietet hatte und mehrere Zimmer als B&B vermietete.

Ca. 15 Menschen befanden sich in der großen Wohnküche, aßen, sprachen und lachten. Ich verstand nicht viel, weil einige Spanier dabei waren, die laut und durcheinander quatschten, aber es war sehr lustig.

Natürlich mietete ich mich ab sofort in keinem Hotel mehr ein, sondern genoss das Leben in dem Palazzo, wenn ich in Venedig war. So habe ich unendlich viele Menschen aus der ganzen Welt kennengelernt, mit denen ich zum Teil heute noch Kontakt habe.

Leider kündigte der Vermieter die Wohnung, was in Venedig nicht unüblich ist. Wenn der Mietvertrag endet (4/4 Jahre), hat der Vermieter alle Rechte. Er kann einfach das Mietverhältnis beenden oder die Miete so erhöhen, dass es unbezahlbar wird.

Luigi zog in das Haus, in dem sich auch die Libreria befindet. Leider hatte das gesellschaftliche Leben damit ein Ende.

Unsere Freundschaft blieb bestehen, seit vielen Jahren wohne auch ich in dem Haus, jetzt mit meinem Mann, und wir essen fast jeden Abend zusammen. Wenn wir nicht freiwillig rübergehen, werden wir „geringt“, d.h. Luigi klingelt, geht zurück in seine Wohnung und brutzelt weiter. Meistens beteiligen wir uns an dem Essen, indem ich mal Frikadellen brate oder einen riesigen Topf Gulasch koche. Hatte ich erwähnt, dass ich kein Fleisch esse? Aber ich weiß noch, wie es geht. Abschmecken muss mein Mann. Wenn ich ankündige, deutsch zu kochen, werden die Freunde angerufen und wir sitzen teilweise zu acht auf dem kleinen Balkon, der zu Luigis Wohnung gehört.

Luigi ist schon lange nicht mehr im Laden. Als er vor ca. drei Jahren ernsthaft erkrankte, übernahm sein Sohn Lino die Geschäftsführung, Luigi ist nur noch gelegentlich unten.

Heute waren wir verabredet. Was wäre mein geplanter Bildband ohne ein Foto mit Luigi, dem ich so viel zu verdanken habe?

Ohne seine Unterstützung hätte ich nicht durchgehalten. Die örtlich ansässigen StadtführerInnen wollten mich zur Aufgabe zwingen (ich hatte mich sehr schnell als Stadtführerin ausgebildet), für das geplante Buch „Teddy in Venedig“ fehlte mir oft der Elan zum Durchhalten und ganz nebenbei war ich auch in Deutschland berufstätig. Allerdings freiberuflich, sodass ich mir meine Zeit einteilen konnte und fast zehn Jahre gependelt bin. Zwei Wochen Deutschland, zwei Wochen Venedig. Im Sommer nur Venedig.

Immer wieder hat Luigi mich angetrieben, an dem Buch weiterzuarbeiten und gegen die unglaublichen Machenschaften der Fremdenführerinnen anzugehen. Beides hat geklappt. Erst habe ich erreicht, dass in Brüssel ein Urteil gesprochen wurde, das den Venezianern verbietet, anderen Europäern nicht zu erlauben, hier tätig zu sein. Inzwischen habe ich längst die Ausbildung zum Tour-Guide-international.

Auch mein Buch wurde fertig und wird exklusiv in der Libreria und sonst nur über das Internet verkauft. Anfang des Jahres ist nun- ebenfalls auf Luigis Bitte- die englische Ausgabe erschienen.

Corona hat uns natürlich auch böse mitgespielt. Als nach dem Karneval unklar war, ob man noch nach Deutschland kommen und dort in Quarantäne müsste, haben wir beschlossen, in Venedig zu bleiben. Gute Entscheidung! Zwar gab es nun keine Wahl mehr, aber hier waren wir sicher. Keine Fälle direkt in Venedig,

In der Zeit der Ausgangssperre entstanden die vier Stühle, die ich umhäkelt habe. Hier noch einmal Luigi vor der Kasse seiner Libreria Acqua Alta

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