Buch Teddy in Venedig · Jetzt in der zweiten Auflage erhältlich Auf individuelle Art Venedig erleben. Venedig individuell nach Wunsch
Erleben Sie mein Venedig abseits der Touristenströme

Mein Buch: Teddy in Venedig

         

Wenn ich jetzt das fertige Buch in der Hand halte und schon die zweite Auflage, kann ich es manchmal nicht glauben.
Die Idee dazu ist ganz langsam gewachsen, durch einen Zufall, wie so oft im Leben.
Meine Kinder und Enkelkinder wollten immer wissen, warum ich so oft nach Venedig gereist bin, später sogar über eine längere Zeit mehr dort als in Deutschland war.
Also habe ich sie gebeten, mir jeweils ein Kuscheltier mitzugeben, damit ich sie in der schönen Stadt fotografieren kann. Daran hatte ich so viel Spaß, dass ich mit dem Teddy meiner einen Tochter ähnliche

 Szenen nachstellte, dann mit zwei Teddys, schließlich mit ca. 30-40. Mein bester Freund in Venedig, Luigi Frizzo, Inhaber der Buchhandlung „Acqua Alta“, fand das so schön und ermunterte mich, weiterzumachen und die Fotos zu einem Buch zusammenzufügen. Bis dahin war es aber noch ein langer und steiniger Weg.

Viele Stunden, Tage, Wochen habe ich mit Recherchen verbracht, die schönsten Ort aufgesucht und meine Teddys drapiert und fotografiert.
Meistens hatte ich dabei Publikum, da selbst im Winterhalbjahr Touristen in der Stadt sind. Wenn ich gerade eine Szene vorbereitet hatte, d.h. mindestens zwei, oft aber auch zehn oder zwanzig Teddys mit extra Halterungen aufgestellt und ihre Pfötchen in abgeschnittene Plastikflaschen gesteckt hatte, damit es z.B. wie ein Spaziergang aussah, kam garantiert eine Mutter mit ihren Kindern vorbei. Oder ein Vater oder Touristenkinder.

Hemmungslos rissen sie die Bärchen an sich. Verständlich aus Kindersicht, ärgerlich für mich, denn dann konnte ich von vorne anfangen.
Lustig war es auch an einem sehr frühen Morgen, als ich die Stunden kurz nach dem Sonnenaufgang bis zum Touristenansturm auf der Rialto- Brücke nutzen wollte. Mit meinem Hackenporsche, gefüllt mit Teddys, halben Plastikflaschen, Band, Draht, usw., macht ich mich auf den Weg.
Da einer der Teddys, Luigi, sehr groß ist, passte er nicht mehr in das Wägelchen und ich trug ihn auf dem Arm. Schon damit zog ich verwunderte Blicke auf mich von den Venezianern, die sich auf dem Weg zur Arbeit befanden.

Auf der Rialto-Brücke war noch alles ruhig und ich konnte aufbauen. Die Flaschen befestigte ich mit doppelseitigem Klebeband auf den Brückenstufen und stellte die Teddys mit den Füßen hinein. Zusätzlich musste ich jeden Bären in eine Halterung hängen und das dauerte eine gewisse Zeit, in der die Stadt erwachte.
Die ersten Geschäftsleute kamen, um ihre 

Läden zu öffnen. Immer mehr Leute beäugten mich mit einem gewissen Abstand, bis es ein Mann nicht mehr aushalten konnte. Er kam grimmig guckend zu mir, um mich darüber aufzuklären, dass wilder Teddy-Handel verboten sei. Ich konnte ihn beruhigen, indem ich versprach, die Brücke bald wieder freizumachen, sobald ich die Fotos gemacht hätte. Hmmm, so ganz traute er mir nicht, aber da er mich nicht aus den Augen ließ, war er beruhigt, als ich alles wieder verstaute und mich nach oben auf die Brücke begab.
Natürlich waren jetzt schon diverse Touristen auf der Brücke, was meine Arbeit enorm erschwerte. Schnell setzte ich die Bärenbande auf das steinerne Geländer, machte die Fotos und verließ die Brücke. Wie ich hörte, war ich nun zumindest in Castello und

San Marco als „die etwas verrückte Deutsche mit ihren Teddys“ bekannt. Aber nicht nur da. Als ich mich einige Tage später im Ghetto befand und dort die Teddys aufstellte, machte eine Frau heimlich Fotos von mir und gab sie einige Tage später bei Luigi im Laden ab. Sie hat sich die Mühe gemacht, die Fotos entwickeln zu lassen und sie zu Luigi zu bringen! Nie habe ich erfahren,woher

sie mich kannte, wieso sie wusste, wie mich ihr Umschlag erreichen würde. Leider konnte ich mich nie bedanken, weil sie keine Adresse hinterlassen hat.
Immer wieder gab es leider auch Zeiten, in denen ich keine Lust mehr hatte, da es doch sehr anstrengend war, dieser wundervollen und vielfältigen Stadt gerecht zu werden und ein möglichst umfassendes Bild zu schaffen.
Immer mehr fiel mir ein, was unbedingt auch dokumentiert werden musste: Acqua Alta, Vaporettofahren, der Strand vom Lido, die beiden Flughäfen (einer ist nur für Hubschrauber), usw.
Acqua Alta (Hochwasser) ist nicht sehr oft und ich musste abwarten, bis sich die Gelegenheit ergab, meine Teddys in Gummistiefel zu stecken und über die dafür aufgestellten Stege laufen zu lassen. Natürlich wollte ich das nicht irgendwo in der Stadt machen, sondern vor der Basilika San Marco.
Endlich passte alles: Hochwasser, früher Morgen, kein Regen, wenig Touristen in der Stadt. Los ging’s.
Aber es gestaltete sich wieder schwierig. Die wenigen Leute, die unterwegs waren, mussten entweder neugierig gucken und damit das Bild stören oder sie guckten gar nicht und rannten Anton und Luigi einfach um.
So landetet Anton unsanft im Hochwasser und war dann an dem Tag für Aufnahmen nicht mehr zu gebrauchen. So ein Teddyfell trocknet nicht so schnell.
Es gingen zwei Jahre ins Land und aus vielen Fotos sollte nun ein Buch mit Texten werden.
Dazu nutze ich einen Winter in Deutschland und schrieb und schrieb und schrieb.
In meinem Eifer vergaß ich, alles extern zu speichern und es passierte, was nicht passieren durfte: Mein Laptop gab den Geist auf! Nicht etwa mit einer Vorankündigung, sondern von jetzt auf gleich. Aus. Schwarzer Bildschirm, nichts mehr zu retten. Ein eilig aufgesuchter Computerfachmann konnte auch nichts mehr machen.
Meine Motivation war auf dem Nullpunkt und ich machte eine lange Pause. Im darauffolgenden Frühjahr fragte mich Luigi nach meinen Fortschritten mit dem Buch und war entsetzt, als ich ihm gestand, die Lust verloren zu haben. Ich wollte ihn nicht enttäuschen.
Also stellte ich einige Fotos, die nicht zu retten gewesen waren, nach und fing von vorne an. Dieses Mal speicherte ich jede Seite, jedes Foto doppelt und dreifach.
Dann kam der denkwürdige Tag, an dem mich jemand nach der Genehmigung der Stofftierfirma fragte. Was? Wieso Genehmigung? Ich mache doch mit meinen Teddys Werbung für die Firma! Man riet mir, mich abzusichern.
Siegessicher schrieb ich die Firma an und bekam eine Absage. Ich konnte es nicht glauben!
Jedes einzelne Foto, auf dem die gelbe Fahne zu sehen war, musste retuschiert werden. Sehr frustriert machte ich mich an die Arbeit und wieder vergingen einige Monate.
Über einen Verlag, mit dem man seine Bücher selbst erstellen und drucken lassen kann, stellte ich „Teddy in Venedig“ fertig. So dachte ich jedenfalls.
Zum Glück gab ich nur für fünf Exemplare den Druckauftrag und heulte Rotz und Wasser, als ich das Ergebnis in der Hand hielt.
Schlechte Qualität in jeder Beziehung! Dünnes Papier, auf dem die Fotos zu blaß wirkten. Schlechte Bindung. Zu dünner Einband, usw.
Außerdem fand ich noch diverse Fehler, die weder ich, noch die fünf Korrekturleser gesehen hatten.
So ging es also nicht.
Wieder machte ich eine Pause, wieder kam ein Sommer, dann ein Winter, in dem ich wieder Mut fasste.
Ich suchte und fand eine geduldige und talentierte Grafikerin, eine Druckerei, die bezahlbar war und endlich ergab es ein Buch!

Das erste Exemplar bekam natürlich Luigi, denn ohne ihn wäre das Buch niemals fertig geworden.