Venezianische Impressionen (11)

Eine Tour durch Santa Croce

15. November 2020: Heute haben wir aus unserem Buch Auf Schritt und Tritt mit Commissario Brunetti die Tour durch das Sestiere Santa Croce abgelaufen, um eventuelle Aktualisierungen aufzunehmen. Auf dem Weg zum Startpunkt laufen wir auf dem Markusplatz mal wieder in Filmaufnahmen hinein, diesmal anscheinend für einen Werbespot für Sony.

Markusplatz

Etwas später sind wir am Startpunkt unserer Tour angekommen, dem Rio Terà dei Pensieri. Die Bezeichnung rio terà, venezianisch für „zugeschütteter Kanal“, weist uns darauf hin, dass hier in früheren Zeiten noch Wasser floss. Weiter hinten auf der linken Seite liegt der Eingang zum städtischen (Männer-)Gefängnis. Der breite, von Bäumen und Blumenbeeten gesäumte Weg wird jeden Donnerstag für einen Ökomarkt mit lokalen Produkten genutzt. Auch die Gefangenenhilfsorganisation Rio Terà dei Pensieri unterhält einen Stand mit selber gezogenem Biogemüse aus dem Frauengefängnis der Giudecca.

Wochenmarkt auf dem Rio Terà dei Pensieri
Tütenaufschrift: „Außergewöhnlich: Gemüse aus dem Gefängnisgarten der Giudecca – angebaut mit Liebe“

Kurz danach stehen wir auf der spinnenartig gebauten Brücke Ponte Tre Ponti. Von dieser Stelle kann man mehr als ein Dutzend Brücken auf einmal sehen. Keine andere Stelle in Venedig bietet das.

Gegenüber dem Campo dei Tolentini mit seiner gleichnamigen, auffallend tempelartigen Kirche befindet sich das deutsche und österreichische Konsulat.

Campo dei Tolentini mit deutsch-österreichischem Konsulat

Sehr hübsch gelegen nahe dem völlig unscheinbaren Eingang zur Chiesa S. Giacomo da l’Orio am Campiello del Piovan ist das Ristorante Il Refolo. „Piovan„, die venezianische Bezeichnung für den Pfarrer, bedeutet eigentlich „Regenmann“. Da Venedig keine Quellen hat, wurde das Regenwasser in Zisternen auf, bzw. unter den Plätzen gesammelt, oft direkt vor einer Kirche gelegen. Der zuständige Pfarrer war für die gerechte Verteilung des Wassers an die Schäfchen seiner Pfarrei verantwortlich.

Brunettifans dürfte das Refolo aus der Verfilmung von „Die dunkle Stunde der Serenissima“ bekannt sein. Die eifersüchtige Gattin des Museumsdirektors Ford beendet mit ihrer „filmreifen“ Szene dessen romantisches Candlelight-Dinner mit einer vermeintlichen Rivalin.

Campiello del Piovan, Ristorante Il Refolo

Schon kurz vor der Grenze zum Stadtteil S. Polo passieren wir ein historisches Gebäude. Der Verleger und Erfinder der Kursivschrift Aldus Manutius betrieb hier bereits im 16. Jahrhundert seine Druckerei, worauf zwei Tafeln an der Fassade hinweisen. Sehr aktuell hingegen wird gerade mit No Grandi Navi („Keine Kreuzfahrtschiffe“) gegen eins der großen Probleme dieser Stadt protestiert.

Fassade des Hauses von Aldus Manuzius

Über die Autoren

Elisabeth Hoffmann und Karl-Ludwig Heinrich recherchieren seit zwanzig Jahren zu den Roman- und Filmschauplätzen des beliebten Commissario Brunetti und haben bisher vier Bücher dazu veröffentlicht (Infos unter www.Brunettistadtplan.de). Seit kurzem sind sie auch auf den Spuren von Kommissar Dupin in der Bretagne unterwegs (www.Dupinschauplaetze.de). Während ihrer langen Aufenthalte in Venedig haben sie viele Eindrücke über das Leben und den Alltag in der Lagune gewonnen, worüber sie in ihrer Kolumne berichten möchten.

Elisabeth Hoffmann
und
Karl-L. Heinrich
auf dem Forte Sant’Andrea

Banner Werk Venedig Heiratsantrag

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