Venezianische Impressionen (38)

Die Geschichte der drei „Mohren“

Die drei „Mohren“ wurden so genannt, weil sie aus Morea, der heutigen Peloponnes, stammten. Diese drei Brüder waren berüchtigt für ihre Unehrlichkeit im Seiden- und Gewürzhandel. Oft drehten sie ihren Kunden minderwertige Ware an. Obendrein besaßen sie auch noch eine Bank. Eines Tages machten sie den Fehler, eine sehr religiöse Venezianerin übers Ohr zu hauen. Diese betete zur heiligen Maria Magdalena um Vergeltung. Diese erschien daraufhin den drei betrügerischen Händlern als Kundin, die sich für Seidenstoffe interessierte. „Der Herr möge uns sofort in Stein verwandeln, wenn das nicht die beste Seide in ganz Venedig ist“, ist der letzte überlieferte Satz des Gauner-Trios. Bestaunen kann man es an der danach benannten Fondamenta dei Mori im Norden Cannaregios in unmittelbarer Nachbarschaft des Hauses von Tintoretto.

Die "Mohren" in der Fondamenta dei Mori, Cannaregio
Wohnhaus Tintorettos

Die vierte, etwas abseits stehende, reichlich schiefe Versteinerung ist der genauso üble Diener der Drei. 

Die "Mohren" in der Fondamenta dei Mori, Cannaregio

Wichtig zu wissen: Die ramponierte Nase des „Rioba“, die ziemlich laienhaft durch eine schwarze Metallnase ersetzt wurde, zu berühren, bringt Glück 😇

Die "Mohren" in der Fondamenta dei Mori, Cannaregio

Über die Autoren

Elisabeth Hoffmann und Karl-Ludwig Heinrich recherchieren seit zwanzig Jahren zu den Roman- und Filmschauplätzen des beliebten Commissario Brunetti und haben bisher vier Bücher dazu veröffentlicht (Infos unter www.Brunettistadtplan.de). Seit kurzem sind sie auch auf den Spuren von Kommissar Dupin in der Bretagne unterwegs (www.Dupinschauplaetze.de). Während ihrer langen Aufenthalte in Venedig haben sie viele Eindrücke über das Leben und den Alltag in der Lagune gewonnen, worüber sie in ihrer Kolumne berichten möchten.

Elisabeth Hoffmann
und
Karl-L. Heinrich
auf dem Forte Sant’Andrea

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