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Venezianische Impressionen (58)

Ein ganz besonderes Brückengeländer

Bevor Venedig 1866 dem Königreich Italien zugeschlagen wurde, gehörte es einige Jahrzehnte zu Österreich. Die Österreicher – wie auch vor ihnen Napoleon – nahmen spürbare bauliche Änderungen an der Stadt vor. So verbanden sie durch den Bau der knapp vier Kilometer langen Ponte della Libertà Venedig mit dem Festland. Eine weitere wesentliche Änderung im Stadtbild sind die Brückengeländer, die erst auf Veranlassung der österreichischen Besatzungsmacht an die zuvor weitgehend geländerlosen Bücken angebaut wurden.

Im Jahr 1861 wurde als Ergebnis des Risorgimento das Königreich Italien gegründet, dessen erstes Oberhaupt König Vittorio Emanuele II. wurde. 1866 mussten die Österreicher nach einem verlorenen Krieg Venedig an das junge Königreich Italien abgeben – Die Venezianer waren endlich ihre ungeliebten Besatzer los.

Ein besonders schönes und interessantes Zeitzeugnis bildet das Geländer der Ponte Borgoloco auf dem Weg zwischen dem Campo S. Marina und dem Campo S. Maria Formosa, das noch unter der österreichischen Besatzung entstand. Erst beim genaueren Hinsehen wird erkennbar, dass die Schnörkel des Geländers die Buchstaben VV VE formen. Sie stehen für „Viva Vittorio Emanuele!“, ein subtiler Protest gegen Österreich und Bekenntnis zum Königreich Italien.

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Ponte Borgoloco

Über die Autoren

Elisabeth Hoffmann und Karl-Ludwig Heinrich recherchieren seit zwanzig Jahren zu den Roman- und Filmschauplätzen des beliebten Commissario Brunetti und haben bisher vier Bücher dazu veröffentlicht. Mittlerweile sind sie auch auf den Spuren von Kommissar Dupin in der Bretagne unterwegs.  Nähere Informationen finden Sie auf www.Krimischauplatz.de. Während ihrer langen Aufenthalte in Venedig haben sie viele Eindrücke über das Leben und den Alltag in der Lagune gewonnen, worüber sie in ihrer Kolumne berichten möchten.

ELisabeth Hoffmann und Karl Ludwig Heinrich 1
Elisabeth Hoffmann
und
Karl-Ludwig Heinrich
auf dem Forte Sant’Andrea

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