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Venezianische Impressionen (69)

Wagner in Venedig

Mehrmals in seinem Leben reiste der exaltierte Superstar Richard Wagner nach Venedig, zum letzten Mal zusammen mit seiner Frau Cosima im September 1882 bis zu seinem Tod am 13. Februar 1883. Im Seitenflügel des Palazzo Vendramin-Calergi mietete er fünfzehn Zimmer an, wovon fünf ausschließlich von ihm betreten werden durften.

Tafel Wagner

Gedenktafel für Richard Wagner am landseitigen Eingang des Casinos

Viele Anekdoten ranken sich um den „Meister“. So wird zum Beispiel berichtet, dass Cosima noch den ganzen Tag beim Toten im Bett lag und sich lange weigerte, die Leiche herauszugeben.

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Wagner liebte die Ruhe und Beschaulichkeit Venedigs zu seiner Zeit. Entsprechend verhasst waren ihm die kurz zuvor neu eingeführten mit Dampfkraft betriebenen Wasserbusse, die vaporetti (von „vapore“, deutsch „Dampf“), die laut tuckernd die Kanäle durchstreiften. Er hatte seinen privaten Gondoliere und ließ sich überallhin mit der Gondel chauffieren.

Sein Prachtsarg wurde in einer feierlichen Gondel-Prozession auf dem Canal Grande zum Bahnhof gebracht. Von dort wurde er mit seinen Angehörigen in zwei extra angehängten Waggons des Schnellzugs nach München überführt, wo ihn neben Tausenden Anhängern auch sein Freund und Gönner König Ludwig II. erwartete, um Abschied von ihm zu nehmen. Dann ging es weiter in einem Sonderzug nach Bayreuth zur Beerdigung im Garten der Villa Wahnfried. Sein Grabstein ist ohne Inschrift: Die Welt weiß ja wohl, wer da begraben liegt …

Der Palazzo Vendramin-Calergi beherbergt das Spielcasino von Venedig. Für Gäste des Casinos ist ein Shuttle-Service ab dem Piazzale Roma eingerichtet. Kurzweilige Führungen mit sehr kompetenten Wagnerianern durch Wagners Zimmerflucht, auch in deutscher Sprache, können über das Casino gebucht werden.

Casino

Büste R. Wagner

Büste in den Giardini zum Gedenken an Richard Wagner

Über die Autoren

Elisabeth Hoffmann und Karl-Ludwig Heinrich recherchieren seit zwanzig Jahren zu den Roman- und Filmschauplätzen des beliebten Commissario Brunetti und haben bisher vier Bücher dazu veröffentlicht. Mittlerweile sind sie auch auf den Spuren von Kommissar Dupin in der Bretagne unterwegs.  Nähere Informationen finden Sie auf www.Krimischauplatz.de. Während ihrer langen Aufenthalte in Venedig haben sie viele Eindrücke über das Leben und den Alltag in der Lagune gewonnen, worüber sie in ihrer Kolumne berichten möchten.

ELisabeth Hoffmann und Karl Ludwig Heinrich 1
Elisabeth Hoffmann
und
Karl-Ludwig Heinrich
auf dem Forte Sant’Andrea

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2 Gedanken zu „Venezianische Impressionen (69)“

  1. Guten Tag,
    gerne lese ich ich Ihre laufenden Berichte über Venedig. ich bin seit Jahrzehnten ein Venedig Liebhaber. Meine Frage nun an Sie: Ich würde gerne einmal die entlegensten Winkel mit jemanden entdecken der sich wirklich auskennt. Also das ganz andere Venedig. Wäre das mit Ihnen möglich, bzw. könnten Sie mir einen Venedigkenner nennen, der mir dies zeigt. Vielleicht haben Sie auch schon die Möglichkeit mir mitzuteilen, wieviel so eine (oder mehrere) Tour(en) kosten würden.

    Antworten

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